Sexualtherapie
Über Sexualität sprechen können
Sexualität gehört zu den persönlichsten Bereichen unseres Lebens. Sie kann mit Lust, Nähe und Lebendigkeit verbunden sein – aber ebenso mit Unsicherheit, Scham, Enttäuschung, Leistungsdruck oder Konflikten.
Oft geht es dabei nicht nur um Sexualität selbst. Sexuelles Erleben ist verbunden mit unserem Körper, unserer Lebensgeschichte, unserem Selbstwert, unseren Beziehungen und Bindungserfahrungen – und mit der Lebensphase, in der wir uns gerade befinden.
Was sich stimmig anfühlt, kann sich im Laufe eines Lebens oder einer Partnerschaft verändern.
Sexualtherapie bietet einen geschützten und professionellen Rahmen, in dem Sie über solche Themen offen sprechen können – ohne bewertet zu werden und ohne einer bestimmten Vorstellung davon entsprechen zu müssen, wie Sexualität sein sollte.
Was ist „normale“ Sexualität?
Darauf gibt es keine einfache Antwort.
Menschen unterscheiden sich in ihren sexuellen Bedürfnissen, Fantasien, Vorlieben und Ausdrucksformen. Auch die Bedeutung, die Sexualität im eigenen Leben hat, kann sehr unterschiedlich sein und sich im Laufe der Zeit verändern.
Viele Menschen kommen mit der Frage:
„Ist das, was ich empfinde, wünsche oder fantasiere, eigentlich normal?“
In der Sexualtherapie geht es nicht darum, Sexualität nach einem vorgegebenen Ideal zu beurteilen. Entscheidend ist vielmehr, wie Sie Ihre Sexualität erleben: ob sie für Sie stimmig und selbstbestimmt ist, ob Sie darunter leiden, ob Grenzen gewahrt werden und wie sich unterschiedliche Bedürfnisse auf Ihre Beziehungen auswirken.
Manchmal kann bereits Wissen über Sexualität entlasten. Manchmal geht es darum, die eigene Sexualität besser kennenzulernen und eine Sprache für Wünsche, Unsicherheiten oder Grenzen zu finden.
Welche Themen können Anlass für eine Sexualtherapie sein?
Menschen kommen mit sehr unterschiedlichen Anliegen zu mir. Dazu können beispielsweise gehören:
- wenig oder fehlende sexuelle Lust,
- unterschiedliche sexuelle Bedürfnisse innerhalb einer Partnerschaft,
- Schwierigkeiten mit Erregung oder Orgasmus,
- Erektionsprobleme,
- vorzeitige oder verzögerte Ejakulation,
- Schmerzen oder Anspannung im Zusammenhang mit Sexualität,
- Schwierigkeiten mit Nähe und Berührung,
- Unsicherheit oder Leistungsdruck beim Sex,
- sexuelle Unzufriedenheit trotz einer ansonsten guten Partnerschaft,
- Veränderungen der Sexualität nach Schwangerschaft und Geburt, Erkrankungen oder anderen Lebensereignissen,
- sexuelle Fantasien, Wünsche oder Vorlieben, die Fragen oder Unsicherheit auslösen,
- Schwierigkeiten, über Sexualität zu sprechen,
- Untreue, Affären oder Außenbeziehungen,
- unterschiedliche Vorstellungen von Monogamie und anderen Beziehungsformen,
- der Wunsch, eine Beziehung zu öffnen,
- Fragen und Konflikte innerhalb bereits offen oder konsensuell nicht-monogam gelebter Beziehungen,
- Fragen zur eigenen sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität sowie
- Pornografiekonsum oder sexuelles Verhalten, das zunehmend als belastend oder schwer steuerbar erlebt wird.
Nicht jedes sexuelle Problem ist automatisch eine sexuelle Funktionsstörung. Und nicht jede Abweichung von vermeintlichen gesellschaftlichen Normen ist behandlungsbedürftig.
Entscheidend ist, was Sie selbst als belastend erleben, besser verstehen oder verändern möchten.
Wenn Lust und Bedürfnisse unterschiedlich sind
Eine der häufigsten Herausforderungen in längeren Beziehungen sind unterschiedliche Bedürfnisse nach Sexualität, Nähe und Zärtlichkeit.
Dabei muss nicht eine Person „zu viel“ und die andere „zu wenig“ wollen. Unterschiedliches Begehren kann viele Gründe haben und verändert sich häufig im Laufe einer Beziehung.
Problematisch wird es oft erst dann, wenn daraus Druck, Rückzug, Enttäuschung oder gegenseitige Vorwürfe entstehen.
In der Sexualtherapie können wir gemeinsam betrachten, welche Bedeutung Sexualität für beide hat, was Lust fördert oder hemmt und wie Sie über Wünsche und Grenzen sprechen können, ohne dass daraus unmittelbar Forderungen oder Rechtfertigungen entstehen müssen.
Unterschiedliche Beziehungsformen und offene Beziehungen
Nicht alle Menschen möchten Sexualität und Partnerschaft ausschließlich in einer monogamen Beziehung leben. Manche Paare denken darüber nach, ihre Beziehung zu öffnen, andere leben bereits in einer offenen oder konsensuell nicht-monogamen Beziehung.
Auch diese Themen haben in meiner Praxis selbstverständlich Raum.
Vielleicht überlegen Sie gemeinsam, ob eine Öffnung Ihrer Beziehung zu Ihnen passen könnte. Vielleicht hat eine Person diesen Wunsch, während die andere noch unsicher ist. Vielleicht haben Sie bereits Vereinbarungen getroffen und stellen fest, dass die gelebte Realität andere Gefühle oder Fragen hervorruft als erwartet.
Themen können beispielsweise sein:
- Wünsche und Befürchtungen offen miteinander besprechen,
- eigene und gemeinsame Grenzen wahrnehmen,
- Vereinbarungen entwickeln oder neu verhandeln,
- mit Eifersucht und Unsicherheit umgehen,
- Vertrauen und Verbindlichkeit gestalten,
- unterschiedliche Bedürfnisse nach Nähe und Freiheit verstehen,
- Sexualität mit anderen Menschen und die gemeinsame Paarsexualität miteinander in Einklang bringen oder
- Erfahrungen nach einer bereits erfolgten Öffnung gemeinsam einordnen.
Dabei gehe ich nicht von einem bestimmten Beziehungsmodell als dem „richtigen“ aus. Eine monogame Beziehung ist nicht grundsätzlich besser oder schlechter als eine einvernehmlich offen gestaltete Beziehung.
Entscheidend ist vielmehr, was für die beteiligten Menschen stimmig ist, ob Entscheidungen freiwillig getroffen werden und ob Bedürfnisse, Grenzen und Vereinbarungen respektiert werden.
Auch wenn Sie noch gar nicht wissen, ob Sie Ihre Beziehung tatsächlich öffnen möchten, kann es hilfreich sein, diese Frage zunächst gemeinsam in einem geschützten Rahmen zu betrachten.
Wenn Sexualität nicht so funktioniert, wie Sie es sich wünschen
Manchmal steht zunächst eine konkrete sexuelle Schwierigkeit im Vordergrund: Eine Erektion bleibt aus, der Orgasmus gelingt nicht oder sehr schnell, Erregung entsteht nicht wie gewünscht oder Sexualität ist mit Schmerzen oder starker Anspannung verbunden.
Sexuelles Erleben wird von vielen Faktoren beeinflusst. Körperliche, psychische, partnerschaftliche und situative Aspekte können zusammenspielen.
Deshalb schaue ich nicht nur auf die vermeintliche „Funktion“, sondern auf den Menschen und seine gesamte Situation.
Bei neu auftretenden, anhaltenden oder möglicherweise körperlich bedingten Beschwerden kann eine ärztliche Abklärung sinnvoll sein. Sexualtherapeutische Begleitung und medizinische Diagnostik können sich dabei ergänzen.
Sexualität, Körper und Wahrnehmung
Sexualität findet nicht nur im Kopf statt.
Körperwahrnehmung, Atmung, Muskelspannung, Bewegung, Berührung und Aufmerksamkeit können Einfluss darauf haben, wie Erregung, Lust und Nähe erlebt werden.
Je nach Anliegen können deshalb auch körperorientierte Wahrnehmungsübungen Bestandteil der therapeutischen Arbeit sein. Diese dienen dazu, den eigenen Körper und sexuelle Reaktionen besser kennenzulernen und bewusster wahrzunehmen.
Übungen oder Anregungen können – wenn es für Sie passend ist – zwischen den Sitzungen allein oder als Paar ausprobiert werden.
In meiner Praxis finden keine sexuellen Berührungen oder sexuellen Handlungen statt.
Untreue, Affären und Außenbeziehungen
Wenn eine Affäre oder Außenbeziehung bekannt wird, betrifft dies häufig weit mehr als die Sexualität.
Vertrauen, Sicherheit, Selbstwert, gemeinsame Vorstellungen von Partnerschaft und manchmal das gesamte bisherige Lebensmodell können plötzlich infrage stehen.
In einer solchen Situation können sehr unterschiedliche Gefühle gleichzeitig vorhanden sein: Wut, Verletzung, Angst, Trauer, Schuld, Sehnsucht oder auch Unsicherheit darüber, wie es weitergehen soll.
Sexualtherapie und Paartherapie können einen geschützten Rahmen bieten, um diese Erfahrungen zu sortieren und gemeinsam herauszufinden, welche Bedeutung sie für die Beziehung und ihren weiteren Weg haben.
Dabei unterscheide ich zwischen einer gemeinsam vereinbarten Öffnung einer Beziehung und einer Außenbeziehung, die außerhalb bestehender Vereinbarungen stattfindet. Entscheidend ist nicht allein, dass Sexualität mit einem anderen Menschen stattgefunden hat, sondern auch, welche Vereinbarungen, Grenzen und Erwartungen innerhalb der jeweiligen Beziehung bestehen.
Sexuelles Verhalten und Pornografiekonsum
Auch Pornografie und digitale Sexualität gehören heute für viele Menschen selbstverständlich zum sexuellen Erleben.
Problematisch kann es werden, wenn Pornografiekonsum oder sexuelles Verhalten zunehmend schwer steuerbar erscheint, mehr Raum einnimmt als gewünscht oder Auswirkungen auf die eigene Sexualität, eine Partnerschaft oder andere Lebensbereiche hat.
Auch darüber können Sie in meiner Praxis offen sprechen – ohne Beschämung oder moralische Bewertung.
Dabei geht es nicht darum, eine bestimmte Häufigkeit oder sexuelle Vorliebe vorschnell als problematisch einzuordnen. Gemeinsam können wir betrachten, welche Bedeutung das Verhalten für Sie hat, wie selbstbestimmt Sie sich darin erleben und was Sie möglicherweise verändern möchten.
Sexuelle Orientierung und Geschlechtsidentität
Fragen zur sexuellen Orientierung oder zur eigenen Geschlechtsidentität können ebenfalls Raum in der Therapie haben.
Dabei sind unterschiedliche sexuelle Orientierungen oder Geschlechtsidentitäten für sich genommen kein therapeutisches Problem.
Unterstützung kann jedoch hilfreich sein, wenn Sie selbst Fragen oder Unsicherheiten erleben, wenn Veränderungen Auswirkungen auf eine Partnerschaft oder Familie haben oder wenn Sie mit belastenden Reaktionen Ihres Umfelds umgehen müssen.
Im Mittelpunkt steht auch hier nicht die Frage, wie Sie „sein sollten“, sondern wie Sie sich selbst verstehen und einen für Sie stimmigen Umgang damit finden können.
Allein oder als Paar?
Sie können mit sexualtherapeutischen Anliegen sowohl allein als auch gemeinsam als Paar zu mir kommen.
Manche Themen betreffen zunächst das eigene sexuelle Erleben. Andere entstehen vor allem im Zusammenspiel innerhalb einer Partnerschaft. Und manchmal ist eine Kombination aus gemeinsamen und einzelnen Gesprächen sinnvoll.
Wir entscheiden abhängig von Ihrem Anliegen und dem therapeutischen Prozess, welcher Rahmen für Sie passend ist.
Wie ich arbeite
Als ausgebildete Sexualtherapeutin verbinde ich sexualtherapeutische Arbeit mit meiner systemischen und hypnosystemischen Arbeitsweise.
Je nach Anliegen können Gespräche, Wissensvermittlung, Körperwahrnehmung, Achtsamkeit, hypnosystemische Methoden, die Arbeit mit inneren Anteilen sowie konkrete Anregungen für den Alltag einbezogen werden.
Dabei betrachte ich Sexualität nicht isoliert. Beziehungserfahrungen, Selbstwert, Körpererleben, Lebensgeschichte und aktuelle Lebensbedingungen können ebenso eine Rolle spielen.
Mir ist besonders wichtig, Sexualität nicht auf „Funktionieren“ zu reduzieren.
Es geht um Ihre persönliche Sexualität – um Körper und Erleben, Wünsche und Grenzen, Nähe und Eigenständigkeit, Beziehung und Lebensgeschichte.
Sexualität darf sich verändern
Sexualität ist nicht statisch.
Was in einer Lebensphase selbstverständlich war, kann sich später verändern. Was früher Lust ausgelöst hat, muss nicht ein Leben lang gleich bleiben. Auch Vorstellungen davon, wie Partnerschaft, Nähe und Sexualität gelebt werden sollen, können sich weiterentwickeln.
Sexualtherapie soll deshalb nicht dazu führen, einem bestimmten Ideal von Sexualität oder Beziehung zu entsprechen.
Sie kann vielmehr einen Raum eröffnen, die eigene Sexualität besser zu verstehen, Schwierigkeiten ernst zu nehmen und herauszufinden, was heute für Sie – allein oder in Ihrer Beziehung – stimmig sein kann.
Termine und Fragen unter 0176-46160104
Sex- und Pornosucht
Sex- und Pornosucht
Wenn Pornografie oder sexuelles Verhalten zunehmend das Leben bestimmen
Sexualität und Pornografie gehören für viele Menschen selbstverständlich zu ihrem Leben. Wie häufig jemand sexuelle Gedanken hat, masturbiert, Pornografie nutzt oder Sexualität leben möchte, ist individuell sehr unterschiedlich.
Eine ausgeprägte Sexualität oder häufiger Pornografiekonsum bedeutet deshalb nicht automatisch, dass eine „Sucht“ oder psychische Störung vorliegt.
Belastend kann es jedoch werden, wenn das eigene sexuelle Verhalten zunehmend schwer steuerbar erscheint, mehr Zeit und Aufmerksamkeit beansprucht als gewünscht oder trotz negativer Folgen immer wieder fortgesetzt wird.
Vielleicht haben Sie schon mehrfach versucht, etwas zu verändern – und stellen fest, dass Sie immer wieder in dieselben Muster geraten. Vielleicht beeinflusst das Verhalten Ihre Partnerschaft, Ihre Sexualität, Ihren Alltag oder Ihr Selbstwertgefühl.
Dann kann es hilfreich sein, genauer hinzuschauen – ohne Scham und ohne moralische Bewertung.
Wann wird sexuelles Verhalten zum Problem?
Entscheidend ist nicht allein, wie häufig etwas geschieht oder welche sexuellen Wünsche und Fantasien ein Mensch hat.
Wichtiger ist, wie frei und selbstbestimmt Sie sich in Ihrem Verhalten noch erleben.
Mögliche Hinweise darauf, dass Pornografiekonsum oder sexuelles Verhalten belastend geworden sind, können beispielsweise sein:
- Sie verbringen damit mehr Zeit, als Sie eigentlich möchten.
- Sie nehmen sich wiederholt vor, Ihr Verhalten einzuschränken, schaffen es aber nicht oder nur für kurze Zeit.
- Sexuelle Gedanken oder die Suche nach sexuellen Reizen nehmen sehr viel Raum ein.
- Sie nutzen Pornografie oder sexuelles Verhalten zunehmend, um Stress, Einsamkeit, Anspannung oder unangenehme Gefühle zu regulieren.
- Partnerschaft, Beruf, Schlaf oder andere Lebensbereiche leiden darunter.
- Ihre gemeinsam gelebte Sexualität verändert sich auf eine Weise, die Sie oder Ihre Partnerin bzw. Ihren Partner belastet.
- Sie verheimlichen Ihr Verhalten und erleben Schuld- oder Schamgefühle.
- Sie erleben einen zunehmenden Kontrollverlust.
- Sie setzen das Verhalten fort, obwohl Sie die negativen Folgen bereits wahrnehmen.
Nicht jeder einzelne dieser Punkte bedeutet automatisch, dass eine behandlungsbedürftige Störung vorliegt.
Entscheidend sind Ihre persönliche Situation, der erlebte Kontrollverlust, Ihr Leidensdruck und die Auswirkungen auf Ihr Leben.
Pornografie und Sexualität
Digitale sexuelle Inhalte sind heute nahezu jederzeit verfügbar. Sie können sexuelle Fantasien, Gewohnheiten und Erwartungen mitprägen.
Das muss nicht problematisch sein.
Bei manchen Menschen entwickelt sich jedoch eine Form der Nutzung, die zunehmend von der Sexualität mit einer Partnerin oder einem Partner getrennt erlebt wird oder diese beeinflusst.
Manche berichten beispielsweise von Veränderungen der sexuellen Erregung, weniger Interesse an partnerschaftlicher Sexualität, Schwierigkeiten mit Erektion oder Orgasmus oder davon, immer stärkere bzw. wechselnde sexuelle Reize zu suchen.
Solche Schwierigkeiten können jedoch unterschiedliche körperliche, psychische und partnerschaftliche Ursachen haben. Es wäre deshalb zu einfach, sie automatisch auf Pornografiekonsum zurückzuführen.
Gemeinsam können wir genauer betrachten, welche Zusammenhänge bei Ihnen tatsächlich eine Rolle spielen. Bei körperlichen oder neu aufgetretenen sexuellen Funktionsproblemen kann zusätzlich eine medizinische Abklärung sinnvoll sein.
Warum lässt sich das Verhalten nicht einfach abstellen?
Gerade wenn ein Verhalten negative Folgen hat, entsteht häufig die Frage:
„Warum mache ich das immer wieder, obwohl ich es eigentlich nicht mehr möchte?“
Sexuelles Verhalten kann unterschiedliche Funktionen übernehmen. Es kann beispielsweise mit Lust verbunden sein, aber auch dazu dienen, Anspannung abzubauen, unangenehme Gefühle zu regulieren, Einsamkeit zu überbrücken, sich abzulenken oder für einen Moment aus Belastungen auszusteigen.
Mit der Zeit können daraus eingeübte Abläufe entstehen, die sich zunehmend automatisch anfühlen.
Deshalb reicht der Vorsatz „Ich mache das ab jetzt einfach nicht mehr“ häufig nicht aus.
Es kann hilfreicher sein zu verstehen, wann das Verhalten entsteht, was ihm vorausgeht, welche Funktion es erfüllt und welche anderen Möglichkeiten entwickelt werden können.
Scham macht Veränderung oft schwerer
Über kaum einen Lebensbereich sprechen Menschen so zurückhaltend wie über ihre Sexualität.
Wenn das eigene sexuelle Verhalten als problematisch erlebt wird, kommen häufig Scham, Schuldgefühle und Selbstabwertung hinzu.
Vielleicht haben Sie bislang niemandem erzählt, was Sie beschäftigt. Vielleicht befürchten Sie, verurteilt zu werden. Oder Sie fragen sich selbst, ob mit Ihnen „etwas nicht stimmt“.
In meiner Praxis können Sie über diese Themen sprechen.
Ich bewerte Ihre Sexualität nicht danach, ob sie meinen oder gesellschaftlichen Vorstellungen entspricht. Gleichzeitig können wir problematische Auswirkungen Ihres Verhaltens klar benennen und gemeinsam anschauen.
Verstehen bedeutet nicht, etwas zu verharmlosen. Es kann vielmehr eine Voraussetzung dafür sein, wieder mehr Wahlmöglichkeiten zu entwickeln.
Auswirkungen auf die Partnerschaft
Problematischer Pornografiekonsum oder schwer steuerbares sexuelles Verhalten betrifft häufig nicht nur die Person selbst.
Wenn Verhalten verheimlicht wurde oder Vereinbarungen innerhalb einer Beziehung verletzt wurden, können Vertrauen, Nähe und Sicherheit erheblich beeinträchtigt sein.
Partnerinnen und Partner erleben möglicherweise Verletzung, Wut, Verunsicherung oder die Frage, was das Verhalten über sie selbst und die gemeinsame Sexualität aussagt.
Dann kann es sinnvoll sein, neben der Einzeltherapie auch gemeinsame Gespräche zu führen.
Dabei geht es nicht darum, gegenseitige Kontrolle aufzubauen. Vielmehr können wir gemeinsam betrachten, was geschehen ist, welche Bedeutung es für beide hat und was es braucht, damit wieder Klarheit, Grenzen und gegebenenfalls Vertrauen entstehen können.
Wie ich arbeite
Als Sexualtherapeutin verbinde ich sexualtherapeutische Arbeit mit systemischen und hypnosystemischen Ansätzen.
Gemeinsam können wir beispielsweise betrachten:
- welche Situationen und Gefühle das Verhalten auslösen,
- welche Gewohnheiten und Automatismen entstanden sind,
- welche Bedürfnisse damit verbunden sein könnten,
- wie Sie mit starkem Verlangen und innerer Anspannung umgehen,
- welche Funktion Pornografie oder sexuelles Verhalten für Sie übernommen hat,
- welche alternativen Möglichkeiten der Selbstregulation entwickelt werden können,
- welche Rolle Scham und Selbstabwertung spielen,
- wie sich Ihre Sexualität und Ihre Partnerschaft verändert haben und
- wie wieder mehr bewusste Entscheidungsmöglichkeiten entstehen können.
Je nach Anliegen können neben dem Gespräch auch Körperwahrnehmung, Achtsamkeit, hypnosystemische Methoden und die Arbeit mit unterschiedlichen inneren Anteilen einbezogen werden.
Muss das Ziel völlige Abstinenz sein?
Nicht für jeden Menschen ist dasselbe Ziel sinnvoll.
Es geht nicht darum, Sexualität grundsätzlich einzuschränken oder Pornografie moralisch zu bewerten. Gemeinsam klären wir, was für Sie problematisch geworden ist und welche Veränderung Sie selbst erreichen möchten.
Für manche Menschen kann eine zeitweise oder dauerhafte Abstinenz von bestimmten Verhaltensweisen sinnvoll sein. Für andere geht es eher darum, wieder einen bewussten und selbstbestimmten Umgang mit Sexualität oder Pornografie zu entwickeln.
Das Ziel wird deshalb nicht von außen vorgegeben, sondern gemeinsam und abhängig von Ihrer individuellen Situation entwickelt.
Wieder mehr Wahlfreiheit entwickeln
Sexualität darf lustvoll, vielfältig und lebendig sein.
Wenn sexuelles Verhalten jedoch zunehmend von Automatismen, Kontrollverlust oder Leidensdruck bestimmt wird, kann therapeutische Unterstützung dabei helfen, die zugrunde liegenden Zusammenhänge besser zu verstehen und neue Handlungsmöglichkeiten zu entwickeln.
Dabei geht es nicht darum, einen wichtigen Teil Ihrer Persönlichkeit zu bekämpfen.
Es geht darum, dass Sie wieder mehr entscheiden können, welche Rolle Sexualität und Pornografie in Ihrem Leben spielen sollen.
