Hypnose bei
Burn-out und Erschöpfung
Wenn die eigenen Kräfte nicht mehr ausreichen
Erschöpfung entsteht häufig nicht von heute auf morgen.
Viele Menschen funktionieren über lange Zeit erstaunlich gut. Sie übernehmen Verantwortung, erfüllen Erwartungen, kümmern sich um andere, halten durch und versuchen, auch unter hoher Belastung weiterhin zuverlässig zu sein.
Irgendwann kann sich jedoch zeigen, dass die bisherigen Strategien nicht mehr ausreichen.
Vielleicht fühlen Sie sich dauerhaft erschöpft, schlafen schlecht oder können trotz Müdigkeit nicht mehr richtig abschalten. Vielleicht werden Sie reizbarer, ziehen sich zurück oder verlieren die Freude an Dingen, die Ihnen früher wichtig waren.
Manche Menschen beschreiben es so:
„Ich funktioniere noch – aber ich fühle mich selbst kaum noch.“
Spätestens dann lohnt es sich, genauer hinzuschauen.
Erschöpfung hat häufig mehr als eine Ursache
Bei Burn-out und anhaltender Erschöpfung geht es selten nur um „zu viel Arbeit“.
Berufliche Belastungen können eine wesentliche Rolle spielen. Gleichzeitig können persönliche Erwartungen, Beziehungsmuster, Verantwortungsgefühle und äußere Lebensbedingungen miteinander wirken.
Gemeinsam können wir beispielsweise betrachten:
- Welche Belastungen bestehen aktuell?
- Was kostet besonders viel Kraft?
- Wo übernehmen Sie möglicherweise mehr Verantwortung, als Ihnen guttut?
- Wie gut können Sie Grenzen wahrnehmen und vertreten?
- Welche Erwartungen stellen andere an Sie – und welche stellen Sie an sich selbst?
- Wie gehen Sie mit Fehlern, Leistung und Anerkennung um?
- Wann erlauben Sie sich Erholung?
- Was gibt Ihnen Energie – und was fehlt möglicherweise schon länger?
Dabei geht es nicht darum, Ihnen zu erklären, Sie müssten einfach weniger arbeiten oder sich besser organisieren.
Es geht darum, Ihr persönliches Zusammenspiel von Belastung, inneren Anforderungen, Beziehungen und Ressourcen zu verstehen.
Innere Antreiber und alte Überzeugungen
Manche Menschen haben früh gelernt:
Sei stark.
Mach es richtig.
Streng dich an.
Enttäusche niemanden.
Du darfst erst aufhören, wenn alles erledigt ist.
Solche inneren Überzeugungen können lange sehr hilfreich sein. Sie können zu Verlässlichkeit, Leistungsfähigkeit und Verantwortungsbewusstsein beitragen.
Unter dauerhafter Belastung können dieselben Muster jedoch dazu führen, eigene Grenzen immer später wahrzunehmen.
In der therapeutischen Arbeit können wir solche inneren Antreiber und Lebensmuster betrachten – nicht, um sie einfach „abzustellen“, sondern um zu verstehen, wofür sie einmal wichtig waren und welche zusätzlichen Möglichkeiten heute hilfreich wären.
Wenn verschiedene Seiten in uns Unterschiedliches wollen
Bei Erschöpfung zeigen sich häufig auch innere Konflikte.
Ein Teil sagt vielleicht:
„Ich kann nicht mehr.“
Während ein anderer antwortet:
„Du musst aber.“
Ein weiterer möchte endlich Ruhe, während eine andere Seite Angst davor hat, jemanden zu enttäuschen, Kontrolle zu verlieren oder nicht mehr gebraucht zu werden.
Mit Ansätzen aus der Ego-State-Arbeit und Transaktionsanalyse können solche unterschiedlichen inneren Positionen verständlicher werden.
Ziel ist nicht, eine Seite zum Schweigen zu bringen. Vielmehr kann eine bessere innere Zusammenarbeit entstehen, in der auch eigene Bedürfnisse, Grenzen und Erholung ihren Platz bekommen.
Nicht nur funktionieren – wieder wahrnehmen
Wer lange unter hoher Belastung steht, verliert manchmal den Kontakt zu den eigenen Signalen.
Müdigkeit wird übergangen. Anspannung wird zum Normalzustand. Pausen werden verschoben. Der Körper meldet sich möglicherweise erst deutlich, wenn die Belastungsgrenze schon lange überschritten ist.
Deshalb beziehe ich in meine Arbeit auch Körperwahrnehmung und Achtsamkeit ein.
Es kann wichtig werden, wieder früher wahrzunehmen:
Was geschieht gerade in mir?
Wann steigt meine Anspannung?
Wann brauche ich eine Pause?
Was tut mir tatsächlich gut?
Und woran merke ich, dass meine Kräfte zurückkehren?
Hypnose und hypnosystemische Arbeit
Hypnotische und hypnosystemische Methoden können bei Erschöpfung eine ergänzende Möglichkeit sein.
Dabei geht es nicht darum, Sie mithilfe von Hypnose möglichst schnell wieder leistungsfähig zu machen.
Vielmehr können fokussierte Aufmerksamkeit, innere Bilder und Trance dabei unterstützen, Ruhe und Regeneration bewusster wahrzunehmen, Ressourcen zugänglich zu machen und die eigene Selbstregulation zu fördern.
Manchmal kann es hilfreich sein, zunächst überhaupt wieder zu erleben, wie sich ein Zustand von Ruhe oder innerer Sicherheit anfühlen kann.
Je nach Anliegen können auch Elemente der Selbsthypnose entwickelt werden, die Sie später eigenständig nutzen können.
Grenzen und Selbstfürsorge
Selbstfürsorge bedeutet nicht nur Entspannung, Wellness oder gelegentlich eine Pause.
Manchmal bedeutet sie auch:
Nein zu sagen.
Verantwortung abzugeben.
Nicht jederzeit erreichbar zu sein.
Eigene Bedürfnisse ernst zu nehmen.
Konflikte auszuhalten.
Hilfe anzunehmen.
Oder die eigenen Vorstellungen davon zu hinterfragen, was man leisten „muss“.
Deshalb können Themen wie Abgrenzung, Selbstrespekt, Selbstwert, Zeit und Prioritäten im therapeutischen Prozess wichtig werden.
Zurück in den alten Alltag – oder etwas verändern?
Nach einer Phase starker Erschöpfung entsteht verständlicherweise häufig der Wunsch:
„Ich möchte wieder so sein wie früher.“
Doch manchmal lohnt sich eine andere Frage:
„Möchte ich tatsächlich wieder genauso leben wie vorher?“
Denn wenn die bisherigen Bedingungen und Muster wesentlich zur Erschöpfung beigetragen haben, kann es sinnvoll sein, nicht nur die eigene Leistungsfähigkeit wiederherzustellen.
Dann geht es auch darum, herauszufinden, was sich im eigenen Leben verändern darf.
Das können kleine Veränderungen sein – oder grundlegende Entscheidungen über Arbeit, Beziehungen, Verantwortlichkeiten und den Umgang mit sich selbst.
Wann ärztliche Abklärung wichtig ist
Anhaltende Erschöpfung kann unterschiedliche körperliche und psychische Ursachen haben.
Deshalb sollten insbesondere starke, länger bestehende oder neu auftretende Beschwerden ärztlich abgeklärt werden.
Auch Symptome einer Depression, ausgeprägte Schlafprobleme oder andere psychische Beschwerden benötigen gegebenenfalls eine entsprechende diagnostische und medizinische bzw. psychotherapeutische Behandlung.
Meine therapeutische Begleitung ersetzt keine erforderliche medizinische Diagnostik oder Behandlung.
Wieder mehr Spielraum gewinnen
Das Ziel ist für mich nicht, Sie möglichst schnell wieder fit für dieselben Anforderungen zu machen.
Es geht darum, gemeinsam herauszufinden, wie Sie mit Ihren Kräften, Bedürfnissen, Grenzen und Verantwortlichkeiten so umgehen können, dass Ihr Leben wieder mehr Spielraum bekommt.
Dazu kann gehören, Belastendes zu verändern, eigene Muster besser zu verstehen, Ressourcen wiederzuentdecken und neue Möglichkeiten im Umgang mit sich selbst und anderen zu entwickeln.
Nicht alles muss sofort anders werden.
Manchmal beginnt Veränderung damit, die eigenen Signale wieder ernst zu nehmen – bevor der Körper oder die Seele noch deutlicher werden müssen.
Termine und Fragen unter 0176-46160104
