Haut und Hypnose – begleitende Unterstützung bei Hauterkrankungen
Wenn die Haut nicht nur körperlich belastet
Unsere Haut ist sichtbar und spürbar. Wenn sie juckt, schmerzt, sich entzündet oder sich deutlich verändert, kann das deshalb weit mehr beeinflussen als das körperliche Wohlbefinden.
Hauterkrankungen wie Neurodermitis, Psoriasis, Urtikaria oder Akne können auch emotional belastend sein. Manche Menschen fühlen sich durch sichtbare Hautveränderungen unsicher oder ziehen sich zurück. Andere erleben starken Juckreiz, Schlafprobleme oder die Sorge vor dem nächsten Schub.
Stress und innere Anspannung können dabei zusätzlich eine Rolle spielen.
Hypnotherapeutische Begleitung setzt nicht an der Stelle einer dermatologischen Behandlung an. Sie kann vielmehr dabei unterstützen, mit dem eigenen körperlichen Erleben, Stress, Anspannung und belastenden Empfindungen anders umzugehen.
Haut und inneres Erleben
Körper und Psyche lassen sich nicht vollständig voneinander trennen.
Vielleicht kennen Sie selbst die Erfahrung, dass sich Aufregung oder Stress unmittelbar auf der Haut zeigen können: Wir erröten, werden blass, bekommen eine Gänsehaut oder beginnen zu schwitzen.
Bei chronischen Hauterkrankungen sind die Zusammenhänge wesentlich komplexer. Eine Hauterkrankung ist deshalb nicht einfach „psychisch verursacht“.
Gleichzeitig können Stress, Schlaf, Anspannung, Aufmerksamkeit und der persönliche Umgang mit einer Erkrankung beeinflussen, wie Beschwerden erlebt werden.
Gerade bei länger bestehenden Hautproblemen kann sich ein Kreislauf entwickeln:
Die Haut belastet – die Belastung erzeugt Stress – und der Stress kann wiederum das körperliche Erleben verstärken.
Hier kann es hilfreich sein, zusätzlich zur medizinischen Behandlung auch die eigene Selbstregulation in den Blick zu nehmen.
Hypnose und innere Bilder
In hypnotischer Trance richtet sich die Aufmerksamkeit stärker nach innen.
Dabei können Körperempfindungen, innere Bilder, Erinnerungen und Vorstellungen bewusster wahrgenommen und gezielt genutzt werden.
Manche Menschen entwickeln beispielsweise Bilder von Ruhe, Kühlung, Schutz, Weite oder einem angenehmen Körpergefühl. Für andere sind ganz andere Vorstellungen stimmig.
Ich arbeite deshalb nicht mit einem vorgegebenen Bild davon, wie Ihre Haut „aussehen soll“.
Wir suchen vielmehr nach Bildern und Erfahrungen, die zu Ihnen persönlich passen und mit Ruhe, Sicherheit und Wohlbefinden verbunden sind.
Juckreiz und Aufmerksamkeit
Juckreiz kann ausgesprochen belastend sein.
Je stärker die Aufmerksamkeit darauf gerichtet ist, desto mehr Raum kann er im eigenen Erleben bekommen. Gleichzeitig ist es oft sehr schwierig, sich bewusst vorzunehmen, einen Juckreiz einfach nicht mehr wahrzunehmen.
Hypnotische Methoden können hier Möglichkeiten bieten, Aufmerksamkeit anders zu lenken und die Wahrnehmung von Körperempfindungen zu verändern.
Dabei geht es nicht darum, einen Juckreiz zu ignorieren oder eine medizinisch notwendige Behandlung zu ersetzen.
Vielmehr kann gemeinsam erprobt werden, was Ihnen hilft, belastenden Empfindungen weniger ausgeliefert zu sein.
Wenn die Haut auch das Selbstbild berührt
Eine sichtbare Hauterkrankung kann das eigene Selbstbild beeinflussen.
Vielleicht beobachten Sie sehr genau, ob andere Menschen Ihre Haut anschauen. Vielleicht fühlen Sie sich weniger attraktiv, vermeiden bestimmte Kleidung, Nähe oder Situationen. Oder Sie ärgern sich über Ihren Körper und wünschen sich einfach, dass er endlich wieder „funktioniert“.
Auch solche Erfahrungen dürfen in der therapeutischen Arbeit ihren Platz haben.
Dann geht es nicht nur um Entspannung, sondern beispielsweise auch um Selbstwert, Scham, Körperbild, soziale Situationen und den Umgang mit den eigenen Bedürfnissen und Grenzen.
Ihre Hauterkrankung ist etwas, das Sie erleben.
Sie definiert nicht, wer Sie sind.
Selbsthypnose als Unterstützung im Alltag
Je nach Anliegen kann das Erlernen von Selbsthypnose eine sinnvolle Ergänzung sein.
Dabei lernen Sie, Ihre Aufmerksamkeit bewusster zu lenken und persönliche innere Bilder, Körpererfahrungen oder Ressourcen selbstständig zu nutzen.
Selbsthypnose kann beispielsweise eingesetzt werden, um
- Ruhe und Entspannung zu unterstützen,
- Stress und innere Anspannung bewusster zu regulieren,
- mit belastenden Körperempfindungen anders umzugehen,
- die Aufmerksamkeit gezielt umzulenken,
- hilfreiche innere Bilder zugänglich zu machen.
Die Übungen werden individuell auf Sie abgestimmt und können anschließend selbstständig zu Hause angewendet werden.
Dermatologische Behandlung bleibt wichtig
Bei Akne, Neurodermitis, Psoriasis, Urtikaria und anderen Hauterkrankungen ist eine ärztliche bzw. dermatologische Diagnostik und Behandlung wichtig.
Hypnose behandelt nicht automatisch die Ursache einer Hauterkrankung und ersetzt weder notwendige Medikamente noch eine fachärztliche Therapie.
Auch Veränderungen einer bestehenden dermatologischen Behandlung sollten mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt besprochen werden.
Meine hypnotherapeutische Arbeit verstehe ich hier als ergänzende Begleitung.
Nicht „schönträumen“ – sondern den eigenen Einflussbereich erweitern
Vielleicht gefällt mir der Gedanke hinter meinem früheren Titel „Träum Dich schön!“ noch immer ein wenig.
Heute würde ich ihn jedoch anders verstehen.
Es geht nicht darum, sich eine Erkrankung einfach wegzudenken oder die eigene Haut „schönzuhypnotisieren“.
Es geht darum, neben der notwendigen medizinischen Behandlung auch das zu nutzen, worauf Sie selbst Einfluss nehmen können: Ihre Aufmerksamkeit, Ihre Selbstregulation, den Umgang mit Stress und belastenden Körperempfindungen und die Beziehung zu Ihrem eigenen Körper.
Hypnose und Selbsthypnose können dafür einen zusätzlichen Zugang eröffnen – behutsam, individuell und ohne Heilversprechen.
Termine und Fragen unter 0176-46160104





