Hypnose bei Schlafstörungen
Wenn Schlaf nicht mehr selbstverständlich ist
Eigentlich sollte Schlaf etwas ganz Natürliches sein.
Doch gerade wenn wir ihn unbedingt brauchen oder unbedingt schlafen wollen, kann er sich manchmal immer weiter entfernen.
Vielleicht liegen Sie abends lange wach, obwohl Sie müde sind. Gedanken kreisen, der Tag geht noch einmal durch den Kopf oder Sie beschäftigen sich bereits mit dem nächsten Morgen.
Vielleicht schlafen Sie gut ein, wachen aber nachts immer wieder auf. Oder Sie sind viel zu früh wach und finden nicht mehr zurück in den Schlaf.
Und irgendwann kommt möglicherweise noch eine zusätzliche Sorge hinzu:
„Hoffentlich kann ich heute Nacht schlafen.“
Dann kann allein der Gedanke ans Zubettgehen bereits Anspannung auslösen.
Schlaf lässt sich nicht erzwingen
Schlaf ist ein unwillkürlicher Prozess.
Wir können gute Bedingungen dafür schaffen – aber wir können uns nicht befehlen:
„Jetzt schlafe!“
Je mehr Druck entsteht, desto aufmerksamer beobachten manche Menschen sich selbst.
Bin ich schon müde?
Warum bin ich immer noch wach?
Wie viele Stunden bleiben mir noch?
Wie soll ich morgen funktionieren?
Aus dem Wunsch zu schlafen kann so ein Kreislauf aus Anstrengung, Beobachtung, Anspannung und Wachheit entstehen.
Hypnotherapeutische Arbeit kann dabei helfen, diesen Kreislauf anders zu gestalten.
Hypnose und Schlaf
Hypnose und Schlaf sind nicht dasselbe.
In hypnotischer Trance schlafen Sie normalerweise nicht, sondern befinden sich in einem Zustand fokussierter Aufmerksamkeit, in dem äußere Reize stärker in den Hintergrund treten können.
Gerade diese Fähigkeit, Aufmerksamkeit zu lenken, innere Ruhe zu fördern und körperliche Anspannung wahrzunehmen und zu verändern, kann bei Schlafproblemen hilfreich sein.
Dabei geht es nicht darum, Sie in den Schlaf zu hypnotisieren.
Vielmehr können wir gemeinsam daran arbeiten, Bedingungen zu fördern, unter denen Sie wieder leichter loslassen und dem Schlaf Raum geben können.
Wenn der Kopf nicht aufhört zu denken
Viele Menschen mit Schlafproblemen kennen das nächtliche Grübeln.
Tagsüber gibt es Termine, Aufgaben und Ablenkung. Sobald es ruhig wird, meldet sich plötzlich alles, was noch nicht erledigt, entschieden oder verarbeitet ist.
Gedanken an die Arbeit.
Ein schwieriges Gespräch.
Sorgen um die Familie.
Eine Entscheidung.
Oder einfach eine scheinbar endlose Folge von Gedanken.
Das Ziel ist nicht, keine Gedanken mehr haben zu dürfen.
Vielmehr können Sie lernen, anders mit ihnen umzugehen und Ihre Aufmerksamkeit wieder auf Erfahrungen zu richten, die Ruhe und Entspannung unterstützen.
Wenn der Körper wach bleibt
Manchmal ist der Kopf müde – aber der Körper scheint weiterhin in Bereitschaft zu sein.
Anspannung, innere Unruhe, Herzklopfen oder das Gefühl, nicht abschalten zu können, können das Einschlafen erschweren.
Hier beziehe ich auch die Körperwahrnehmung in meine Arbeit ein.
Wie fühlt sich Anspannung bei Ihnen an?
Woran bemerken Sie erste Momente von Ruhe?
Was verändert sich beim Atmen?
Welche Körperempfindungen verbinden Sie persönlich mit Sicherheit, Wärme, Schwere, Leichtigkeit oder Entspannung?
Hypnose kann dabei helfen, solche feinen Unterschiede bewusster wahrzunehmen und hilfreiche Zustände leichter zugänglich zu machen.
Die Angst vor einer weiteren schlechten Nacht
Nach längeren Phasen mit Schlafproblemen kann sich eine regelrechte Erwartungsangst entwickeln.
Schon am Nachmittag beginnt vielleicht die Frage:
„Wie wird es heute Nacht?“
Eine schlechte Nacht wird dann nicht mehr nur als einzelne schlechte Nacht erlebt, sondern möglicherweise als Beweis:
„Ich kann einfach nicht mehr schlafen.“
Solche Erwartungen können selbst zusätzliche Anspannung erzeugen.
Hypnosystemisch können wir gemeinsam untersuchen, welche inneren Muster sich rund um Ihren Schlaf entwickelt haben – und wie wieder mehr Vertrauen entstehen kann, ohne Schlaf erzwingen zu wollen.
Selbsthypnose für die Nacht
Gerade bei Schlafproblemen kann Selbsthypnose eine hilfreiche Möglichkeit sein.
Sie können lernen, Ihre Aufmerksamkeit selbstständig zu lenken und persönliche innere Bilder, Körperempfindungen oder Vorstellungen zu nutzen, die Sie mit Ruhe und Sicherheit verbinden.
Diese Übungen können bereits vor dem Schlafengehen eingesetzt werden.
Dabei geht es nicht darum:
„Ich mache jetzt Selbsthypnose, damit ich sofort einschlafen muss.“
Denn auch daraus könnte wieder Leistungsdruck entstehen.
Die Haltung ist vielmehr:
„Ich gebe meinem Körper und meinem Geist die Möglichkeit, zur Ruhe zu kommen – und der Schlaf darf entstehen.“
Was kann Thema unserer Arbeit sein?
Je nach persönlicher Situation können wir uns beispielsweise mit folgenden Themen beschäftigen:
- Schwierigkeiten beim Einschlafen
- häufigem nächtlichen Erwachen
- zu frühem Erwachen
- Grübeln und Gedankenkreisen
- innerer Unruhe und Anspannung
- Erwartungsdruck rund um den Schlaf
- stressbedingten Schlafproblemen
- belastenden inneren Bildern oder Gedanken
- Selbstregulation und Entspannung
- Entwicklung persönlicher Abend- und Schlafroutinen
- Erlernen von Selbsthypnose
Dabei schauen wir nicht nur auf die Nacht.
Auch der Tagesrhythmus, Belastungen, Gewohnheiten und die persönliche Lebenssituation können für den Schlaf bedeutsam sein.
Schlafprobleme können viele Ursachen haben
Nicht jede Schlafstörung entsteht durch Stress oder Grübeln.
Auch körperliche Erkrankungen, Schmerzen, hormonelle Veränderungen, Medikamente, Alkohol oder andere Substanzen sowie schlafmedizinische Erkrankungen können eine Rolle spielen.
Neu auftretende, länger anhaltende oder stark belastende Schlafstörungen sollten deshalb ärztlich abgeklärt werden.
Das gilt insbesondere bei ausgeprägter Tagesmüdigkeit, auffälligem Schnarchen oder Atemaussetzern und anderen ungewöhnlichen nächtlichen Beschwerden.
Hypnotherapie ersetzt keine notwendige medizinische oder schlafmedizinische Diagnostik.
Wieder Vertrauen in den Schlaf entwickeln
Wer längere Zeit schlecht geschlafen hat, verliert manchmal nicht nur Schlaf, sondern auch das Vertrauen in die eigene Fähigkeit zu schlafen.
Dann wird die Nacht zu etwas, das kontrolliert und beobachtet werden muss.
Genau davon darf sich der Blick langsam wieder lösen.
Schlaf ist nichts, was Sie perfekt machen müssen.
Ihr Körper kennt Schlaf.
Hypnose und Selbsthypnose können Sie dabei unterstützen, Anspannung zu reduzieren, Aufmerksamkeit anders zu lenken und wieder Bedingungen zu schaffen, unter denen Schlaf geschehen darf.
Termine und Fragen unter 0176-46160104
