Hypnose und Sexualität
Wenn Lust und Sexualität nicht einfach „funktionieren“
Sexualität gehört zu den persönlichsten Bereichen unseres Lebens. Und gleichzeitig begegnen uns überall Vorstellungen davon, wie sie angeblich sein sollte: spontan, lustvoll, entspannt, aufregend und selbstverständlich erfüllend.
Das kann Druck erzeugen.
Denn sexuelles Erleben lässt sich nicht einfach willentlich herstellen. Lust, Erregung und körperliche Reaktionen entstehen in einem komplexen Zusammenspiel von Körper, Aufmerksamkeit, Gefühlen, Erfahrungen, Beziehung und der jeweiligen Lebenssituation.
Gerade deshalb kann Hypnose bei sexuellen Anliegen einen interessanten Zugang eröffnen.
Wenn der Kopf beim Sex zu viel mitredet
Manche Menschen beobachten sich während sexueller Begegnungen sehr genau:
Funktioniert mein Körper?
Bin ich erregt genug?
Was denkt mein Gegenüber?
Warum empfinde ich gerade nicht das, was ich empfinden sollte?
Je stärker die eigene Reaktion kontrolliert wird, desto schwieriger kann es werden, sich dem eigenen Erleben zu überlassen.
Hypnose kann dabei unterstützen, die Aufmerksamkeit anders zu lenken, Körperempfindungen bewusster wahrzunehmen und den inneren Leistungs- und Erwartungsdruck zu reduzieren.
Den eigenen Körper wieder wahrnehmen
Sexualität ist nicht nur etwas, das wir denken.
Wir erleben sie über unseren Körper.
Deshalb können in der hypnotherapeutischen Arbeit auch Körperwahrnehmung, innere Bilder, Erinnerungen und Vorstellungen eine Rolle spielen.
Dabei kann es beispielsweise darum gehen, angenehme Empfindungen wieder differenzierter wahrzunehmen, eigene Bedürfnisse besser kennenzulernen oder einen freundlicheren und weniger kontrollierenden Umgang mit dem eigenen Körper zu entwickeln.
Wobei Hypnose unterstützen kann
Je nach persönlichem Anliegen kann Hypnose ergänzend eingesetzt werden bei
- sexueller Lustlosigkeit oder vermindertem Verlangen
- starkem Leistungs- und Erwartungsdruck
- Schwierigkeiten, sich beim Sex zu entspannen oder fallen zu lassen
- Erektionsproblemen
- vorzeitigem oder verzögertem Samenerguss
- Schwierigkeiten mit Erregung oder Orgasmus
- Ängsten und Unsicherheit rund um Sexualität
- belastender Selbstbeobachtung
- negativen Erfahrungen oder festgefahrenen inneren Vorstellungen
- dem Wunsch, die eigene Sexualität und das eigene Körpererleben neu zu entdecken
Dabei gibt es keine Vorstellung davon, wie viel Lust oder Sexualität ein Mensch haben „sollte“.
Entscheidend ist, ob Sie selbst mit Ihrer Sexualität zufrieden sind oder sich Veränderung wünschen.
Hypnose innerhalb der Sexualtherapie
Hypnose ist bei sexuellen Anliegen für mich keine isolierte Technik.
Je nach Fragestellung verbinde ich sie mit meiner sexualtherapeutischen, systemischen und paartherapeutischen Arbeit.
Manchmal steht dabei die einzelne Person im Mittelpunkt, manchmal die Dynamik innerhalb einer Partnerschaft.
Denn sexuelle Schwierigkeiten entstehen nicht im luftleeren Raum. Beziehung, Kommunikation, Lebensgeschichte, körperliche Veränderungen, Stress und unterschiedliche Bedürfnisse können ebenso eine Rolle spielen.
Welche Ebene für Ihr Anliegen wichtig ist, schauen wir gemeinsam an.
Kein Leistungsziel – sondern mehr Zugang zum eigenen Erleben
Auch Hypnose soll Sexualität nicht zu einem weiteren Optimierungsprojekt machen.
Es geht nicht darum, möglichst schnell wieder „zu funktionieren“.
Vielmehr kann die therapeutische Arbeit dabei helfen, weniger kontrollieren zu müssen und wieder mehr wahrnehmen, erleben und genießen zu können.
Manchmal bedeutet Veränderung, etwas wiederzufinden, das verloren gegangen scheint.
Manchmal bedeutet sie, den eigenen Körper neu kennenzulernen.
Und manchmal geht es darum, herauszufinden, was sich für Sie heute überhaupt stimmig anfühlt.
Körperliche Ursachen mitbedenken
Sexuelle Veränderungen können auch körperliche oder medikamentöse Ursachen haben.
Neu auftretende oder anhaltende Beschwerden – beispielsweise Erektionsstörungen, Schmerzen, deutliche Veränderungen von Lust oder Erregung – sollten deshalb gegebenenfalls ärztlich abgeklärt werden.
Hypnose und Sexualtherapie können eine medizinische Diagnostik und Behandlung ergänzen, aber nicht ersetzen.
Sexualität darf individuell sein
Es gibt nicht die eine „richtige“ Sexualität.
Menschen unterscheiden sich in ihren Bedürfnissen, ihrem Begehren, ihren Vorstellungen und darin, welche Bedeutung Sexualität in ihrem Leben hat.
In meiner Arbeit geht es deshalb nicht darum, Sie an eine Norm anzupassen.
Es geht darum, Ihre eigene Sexualität besser zu verstehen und Möglichkeiten zu entwickeln, mit denen Sie sich in Ihrem Körper, mit Ihren Bedürfnissen und gegebenenfalls in Ihrer Partnerschaft stimmiger erleben können.
Termine und Fragen unter 0176-46160104
