Lösungsorientierte Kurzzeittherapie
Manchmal braucht Veränderung weniger Zeit als gedacht
Psychotherapie muss nicht immer ein langer Prozess sein.
Manche Menschen kommen mit einem klar umrissenen Anliegen, einer aktuellen Krise, einer Entscheidung oder einem wiederkehrenden Muster, das sie besser verstehen und verändern möchten. In solchen Situationen kann eine lösungsorientierte Kurzzeittherapie einen fokussierten therapeutischen Rahmen bieten.
Dabei richten wir den Blick nicht ausschließlich darauf, wie ein Problem entstanden ist. Ebenso wichtig ist die Frage:
Was soll stattdessen möglich werden – und was könnte ein erster Schritt dorthin sein?
Nicht nur das Problem verstehen, sondern Veränderung ermöglichen
Die eigene Geschichte zu verstehen kann wichtig und hilfreich sein. Gleichzeitig führt das Wissen darüber, warum ein Problem entstanden ist, nicht automatisch zu einer Lösung.
Lösungsorientiertes Arbeiten richtet die Aufmerksamkeit deshalb auch auf das, was bereits funktioniert:
- Wann tritt das Problem weniger stark auf?
- Was ist in diesen Situationen anders?
- Welche Fähigkeiten und Erfahrungen haben Ihnen früher geholfen?
- Welche Ressourcen stehen Ihnen bereits zur Verfügung?
- Woran würden Sie erkennen, dass sich etwas verändert?
- Was wäre ein kleiner, aber spürbarer nächster Schritt?
Oft gibt es bereits Ausnahmen von einem belastenden Muster oder Momente, in denen etwas gelingt, das sonst schwierig erscheint. Diese Erfahrungen können wichtige Hinweise darauf geben, was Veränderung unterstützen könnte.
Kurzzeittherapie bedeutet nicht „schnell abfertigen“
Der Begriff Kurzzeittherapie kann missverstanden werden. Es geht nicht darum, möglichst schnell eine Lösung zu produzieren oder schwierige Erfahrungen oberflächlich zu behandeln.
Vielmehr bedeutet er, fokussiert und zielorientiert zu arbeiten und nur so viel Therapie in Anspruch zu nehmen, wie für das jeweilige Anliegen sinnvoll ist.
Manche Fragestellungen lassen sich bereits in wenigen Gesprächen deutlich weiterentwickeln. Andere brauchen mehr Zeit, verändern sich im Verlauf oder führen zu Themen, die zunächst nicht sichtbar waren.
Deshalb lege ich mich nicht von vornherein auf eine bestimmte Anzahl von Sitzungen fest. Wir schauen gemeinsam, was Sie erreichen möchten, was sich bereits verändert und ob weitere Gespräche für Sie hilfreich sind.
Ihre Fähigkeiten stehen im Mittelpunkt
Menschen verfügen häufig über mehr Fähigkeiten, Erfahrungen und Lösungsideen, als ihnen in einer belastenden Situation gerade zugänglich sind.
Wenn ein Problem viel Raum einnimmt, kann der Blick darauf verloren gehen, was bereits gelungen ist, welche schwierigen Situationen früher bewältigt wurden und welche eigenen Möglichkeiten vorhanden sind.
Meine Aufgabe sehe ich deshalb nicht darin, Ihnen eine fertige Lösung vorzugeben.
Gemeinsam versuchen wir vielmehr, Ihre eigenen Ressourcen wieder wahrnehmbar und nutzbar zu machen, neue Perspektiven zu entwickeln und konkrete Handlungsmöglichkeiten zu erproben.
Lösungsorientiert und hypnosystemisch
Die lösungsorientierte Haltung verbindet sich sehr gut mit meiner systemischen und hypnosystemischen Arbeitsweise.
Neben dem bewussten Nachdenken können wir auch Körperwahrnehmung, innere Bilder, Erfahrungen, unterschiedliche innere Perspektiven und unwillkürliche Reaktionen einbeziehen.
Dabei interessiert mich nicht nur, was schwierig ist, sondern besonders:
Was macht einen Unterschied?
Manchmal kann bereits eine kleine Veränderung an einer Stelle Auswirkungen auf andere Lebensbereiche, Beziehungen oder vertraute Muster haben.
Wann kann eine lösungsorientierte Kurzzeittherapie sinnvoll sein?
Ein fokussierter therapeutischer Prozess kann beispielsweise hilfreich sein bei:
- einer aktuellen persönlichen oder beruflichen Krise,
- Entscheidungs- und Veränderungssituationen,
- wiederkehrenden Konflikten oder Verhaltensmustern,
- Ängsten und Unsicherheiten,
- Selbstwert- und Abgrenzungsthemen,
- Beziehungsschwierigkeiten,
- Überforderung und Stress,
- Übergängen in neue Lebensphasen,
- dem Wunsch, eine konkrete Situation anders zu bewältigen oder
- einem klar umrissenen Anliegen, bei dem Sie sich professionelle Unterstützung wünschen.
Nicht jedes Anliegen eignet sich für einen kurzen therapeutischen Prozess. Manche Belastungen benötigen eine längerfristige oder spezialisierte Behandlung. Das können wir gemeinsam einschätzen und im Verlauf immer wieder überprüfen.
Besonders interessant für Selbstzahlerinnen und Selbstzahler
Wenn Sie Ihre Psychotherapie selbst finanzieren, kann es besonders wichtig sein, dass Ziel, Umfang und Nutzen der therapeutischen Gespräche transparent bleiben.
Eine lösungsorientierte Kurzzeittherapie ist nicht deshalb kurz, weil an Therapie „gespart“ werden soll. Sie folgt vielmehr dem Gedanken, therapeutische Unterstützung so fokussiert wie möglich und so ausführlich wie nötig zu gestalten.
Deshalb überprüfen wir im Verlauf gemeinsam:
Sind wir noch bei Ihrem Anliegen?
Hat sich bereits etwas verändert?
Was brauchen Sie noch?
Und ist ein weiterer Termin im Moment überhaupt sinnvoll?
Therapie darf enden, wenn Sie das Gefühl haben, wieder selbstständig weitergehen zu können.
So kurz wie möglich – so lange wie nötig
Nicht die Anzahl der Sitzungen entscheidet über die Qualität eines therapeutischen Prozesses.
Für mich ist entscheidend, dass die Gespräche für Ihr Anliegen hilfreich sind und Sie zunehmend wieder auf Ihre eigenen Möglichkeiten zurückgreifen können.
Manchmal braucht es dafür nur wenige Impulse. Manchmal entwickelt sich daraus ein längerer Prozess.
Beides darf sein.
So kurz wie möglich – und so lange wie für Sie sinnvoll und hilfreich.
Termine und Fragen unter 0176-46160104





