Hypnose bei Krebserkrankungen – begleitende Unterstützung
Wenn eine Diagnose plötzlich alles verändert
Die Diagnose einer Krebserkrankung kann das Leben von einem Moment auf den anderen verändern.
Untersuchungen, Befunde und Therapieentscheidungen bestimmen plötzlich den Alltag. Dazu kommen möglicherweise Operationen, Chemotherapie, Bestrahlung oder andere medizinische Behandlungen – und häufig eine große Unsicherheit darüber, was die nächsten Wochen und Monate bringen werden.
Angst, Anspannung, Erschöpfung, Schlafprobleme, Grübeln oder das Gefühl, die Kontrolle über den eigenen Körper und das eigene Leben zu verlieren, sind in einer solchen Situation nachvollziehbare Reaktionen.
Hypnose und hypnosystemische Therapie können die medizinische Behandlung begleitend unterstützen.
Dabei geht es nicht darum, den Krebs mit Hypnose zu behandeln.
Es geht um den Menschen, der mit dieser Erkrankung und allem, was sie mit sich bringt, leben und umgehen muss.
Was kann Hypnose in dieser Situation leisten?
Hypnose arbeitet mit fokussierter Aufmerksamkeit, inneren Bildern, Körperwahrnehmung und persönlichen Ressourcen.
In einer Zeit, in der vieles von außen bestimmt wird, kann es wohltuend sein, wieder etwas zu entdecken, das Sie selbst beeinflussen können.
Je nach persönlicher Situation kann die hypnotherapeutische Begleitung beispielsweise dabei unterstützen,
- mit Angst und innerer Unruhe umzugehen,
- vor Untersuchungen oder medizinischen Eingriffen mehr Ruhe zu finden,
- Stress und Anspannung zu regulieren,
- Schlaf und Erholung zu unterstützen,
- mit Schmerzen und belastenden Körperempfindungen umzugehen,
- Übelkeit oder andere belastende Begleiterscheinungen medizinischer Behandlungen besser zu bewältigen,
- mit Erschöpfung und Fatigue umzugehen,
- hilfreiche innere Bilder und persönliche Ressourcen zugänglich zu machen,
- das Gefühl von Selbstwirksamkeit zu stärken,
- mit Unsicherheit und Zukunftsängsten umzugehen.
Welche Themen im Vordergrund stehen, ist sehr individuell.
Wieder etwas selbst tun können
Eine Krebserkrankung kann mit einem starken Gefühl von Kontrollverlust verbunden sein.
Der eigene Körper scheint plötzlich etwas zu tun, das man nicht versteht oder beeinflussen kann. Gleichzeitig entscheiden medizinische Befunde darüber, was als Nächstes geschieht.
Gerade dann kann die Erfahrung wichtig sein:
Es gibt weiterhin Bereiche, auf die ich Einfluss habe.
Wie gehe ich mit meiner Angst um?
Was hilft mir, mich vor einer Untersuchung zu stabilisieren?
Wie kann ich zur Ruhe kommen?
Was tut meinem Körper gut?
Welche Menschen möchte ich um mich haben?
Was brauche ich – und was gerade nicht?
Hypnosystemische Arbeit kann dabei helfen, den Blick wieder auf solche persönlichen Einflussmöglichkeiten zu richten.
Mit Angst und Unsicherheit umgehen
Viele Menschen erleben während einer Krebserkrankung Ängste, die sich nicht einfach „wegdenken“ lassen.
Angst vor einer Untersuchung.
Angst vor Schmerzen.
Angst vor einer Behandlung.
Angst vor einem Rezidiv.
Und manchmal auch Angst vor dem Sterben.
Diese Ängste müssen nicht möglichst schnell durch positives Denken ersetzt werden.
Sie dürfen ausgesprochen und ernst genommen werden.
Gleichzeitig können wir gemeinsam danach suchen, was Ihnen hilft, mit diesen Ängsten zu leben, ohne dass sie jeden Moment bestimmen.
Hypnose kann dabei eine Möglichkeit sein, Abstand zu belastenden Gedankenschleifen zu gewinnen und Erfahrungen von Ruhe, Sicherheit und innerer Stabilität wieder zugänglicher zu machen.
Hypnose bei medizinischen Behandlungen
Auch im Zusammenhang mit medizinischen Untersuchungen und Behandlungen können hypnotische Methoden eingesetzt werden.
Manche Menschen nutzen beispielsweise innere Bilder, Atemwahrnehmung oder Selbsthypnose, um sich vor einer Untersuchung zu beruhigen oder während einer Behandlung ihre Aufmerksamkeit anders auszurichten.
Bei belastenden körperlichen Empfindungen können hypnotische Verfahren ebenfalls ergänzend genutzt werden.
Das geschieht immer begleitend zur medizinischen Versorgung und ersetzt weder notwendige Medikamente noch andere medizinische Maßnahmen.
Fatigue und Erschöpfung
Fatigue ist mehr als gewöhnliche Müdigkeit.
Viele Menschen mit einer Krebserkrankung erleben eine ausgeprägte körperliche und mentale Erschöpfung, die durch Schlaf allein nicht vollständig verschwindet.
Die Ursachen können vielfältig sein und mit der Erkrankung selbst, medizinischen Behandlungen, Schlaf, Schmerzen, psychischer Belastung und weiteren Faktoren zusammenhängen.
Hypnotherapeutische Begleitung kann die medizinische Abklärung und Behandlung einer Fatigue nicht ersetzen.
Sie kann jedoch dabei unterstützen, mit den eigenen Kräften bewusster umzugehen, Stress und Anspannung zu regulieren und Erholung wieder mehr Raum zu geben.
Dabei geht es ausdrücklich nicht darum, sich trotz Erschöpfung zu mehr Leistung anzutreiben.
Manchmal besteht ein wichtiger Schritt gerade darin, die eigenen Grenzen wahrzunehmen und ernst zu nehmen.
Innere Bilder – ohne Heilversprechen
Innere Bilder und Imaginationen können in der Hypnotherapie eine wichtige Rolle spielen.
Vielleicht entsteht für Sie ein Bild von Ruhe, Kraft, Schutz oder Zuversicht. Vielleicht gibt es einen inneren Ort, an dem Sie sich sicher fühlen. Oder Sie entwickeln Vorstellungen, die Ihnen während einer medizinischen Behandlung helfen.
Solche Bilder können emotional sehr kraftvoll sein.
Ich nutze sie jedoch nicht mit dem Versprechen, dass eine bestimmte Vorstellung einen Tumor verkleinert, Krebszellen zerstört oder den Verlauf einer Krebserkrankung beeinflusst.
Mir ist diese Unterscheidung wichtig.
Innere Bilder dürfen stärken, beruhigen, Hoffnung geben und das persönliche Erleben verändern – ohne daraus ein medizinisches Heilversprechen zu machen.
Hoffnung darf sein
Eine schwere Erkrankung stellt Menschen häufig vor die Frage, wie sie mit Hoffnung umgehen sollen.
Für mich bedeutet therapeutische Begleitung nicht, möglichst „positiv“ denken zu müssen.
Sie dürfen Angst haben.
Sie dürfen wütend sein.
Sie dürfen erschöpft sein.
Und Sie dürfen gleichzeitig hoffen.
Beides kann nebeneinander existieren.
Eine hilfreiche Hoffnung muss nicht bedeuten, einen bestimmten Ausgang der Erkrankung vorauszusagen. Sie kann sich auch darauf beziehen, den nächsten Schritt bewältigen zu können, einen guten Tag zu erleben, Unterstützung anzunehmen oder trotz der Erkrankung Momente von Verbundenheit und Lebensqualität zu erfahren.
Selbsthypnose als persönliche Ressource
Wenn es zu Ihnen und Ihrer Situation passt, kann ich Sie darin unterstützen, Selbsthypnose zu erlernen.
Damit können Sie Möglichkeiten entwickeln, die Ihnen auch außerhalb unserer gemeinsamen Sitzungen zur Verfügung stehen.
Je nach Anliegen können dies kurze Übungen für Entspannung und Stabilisierung, persönliche innere Bilder oder Möglichkeiten zur Aufmerksamkeitslenkung sein.
Gerade in einer Zeit, in der viele Termine und Behandlungen von außen vorgegeben sind, kann es wertvoll sein, etwas zu haben, das Sie selbst anwenden und gestalten können.
Medizinische Behandlung und Hypnotherapie gehören klar getrennt
Eine Krebserkrankung gehört immer in die Hände entsprechend qualifizierter medizinischer Fachpersonen.
Hypnose und Psychotherapie behandeln den Tumor nicht und ersetzen keine onkologische Diagnostik oder Therapie.
Ich rate nicht von medizinischen Behandlungen ab und nehme keine Veränderungen an einer onkologischen Therapie vor.
Meine Arbeit kann die medizinische Behandlung vielmehr dort ergänzen, wo Angst, Stress, Schlaf, Schmerzen, Erschöpfung, Körpererleben, Selbstregulation und die persönliche Verarbeitung der Erkrankung eine Rolle spielen.
Den Menschen hinter der Diagnose nicht verlieren
Bei einer Krebserkrankung kann sich plötzlich sehr vieles um Befunde, Blutwerte, Untersuchungen und Behandlungspläne drehen.
All das ist notwendig.
Und trotzdem bleiben Sie mehr als Ihre Diagnose.
Sie haben Beziehungen, Erfahrungen, Fähigkeiten, Wünsche, Ängste und vielleicht auch Pläne, die weiterhin zu Ihnen gehören.
In meiner therapeutischen Begleitung möchte ich deshalb nicht nur auf das schauen, was die Erkrankung mit Ihnen macht.
Mich interessiert ebenso:
Was stärkt Sie?
Was gibt Ihnen Halt?
Was möchten Sie trotz allem bewahren?
Und was kann Ihnen helfen, auch in einer schwierigen Zeit möglichst viel Selbstbestimmung und Lebensqualität zu behalten?
Hypnose und hypnosystemische Therapie können dabei einen zusätzlichen Zugang eröffnen – begleitend, ressourcenorientiert und ohne falsche Heilversprechen.
Termine und Fragen unter 0176-46160104
