Moderne Hypnose – Zugang zu Ihren inneren Möglichkeiten
Hypnose ist eine traditionsreiche Methode und zugleich Bestandteil moderner psychotherapeutischer Arbeit.
Therapeutische Hypnose hat dabei wenig mit dem zu tun, was viele Menschen aus Showhypnose, Film oder Fernsehen kennen. Sie bedeutet weder Schlaf noch Willenlosigkeit oder Kontrollverlust.
Vielmehr geht es um einen Zustand fokussierter Aufmerksamkeit, in dem sich die Wahrnehmung stärker nach innen richten kann. Gedanken, Gefühle, Körperempfindungen, Erinnerungen und innere Bilder können dabei anders und manchmal intensiver wahrgenommen werden als im gewohnten Alltagsbewusstsein.
Hypnose kann so einen besonderen Zugang zu den eigenen Erfahrungen, Fähigkeiten und Ressourcen eröffnen.
Was ist hypnotische Trance?
Trance ist grundsätzlich nichts Fremdes.
Ähnliche Zustände kennen viele Menschen aus ihrem Alltag: wenn sie ganz in ein Buch, ein Musikstück oder eine Tätigkeit vertieft sind, beim Tagträumen oder in Momenten hoher Konzentration.
In der therapeutischen Hypnose wird diese natürliche Fähigkeit gezielt genutzt.
Die Aufmerksamkeit richtet sich stärker auf das innere Erleben, während äußere Reize vorübergehend an Bedeutung verlieren können. Innere Bilder, Erinnerungen, Gefühle und Körperempfindungen können deutlicher wahrgenommen werden.
Manche Menschen erleben Trance sehr bildhaft. Andere nehmen eher Veränderungen ihrer Körperwahrnehmung, Gedanken, Gefühle oder Aufmerksamkeit wahr.
Es gibt deshalb nicht die eine Form von Trance, die bei allen Menschen gleich aussehen muss.
Was geschieht in Körper und Gehirn?
Hypnotische Trance ist nicht einfach mit Schlaf gleichzusetzen.
Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass Hypnose mit Veränderungen von Aufmerksamkeit, Wahrnehmung und der Verarbeitung innerer und äußerer Reize verbunden sein kann.
Auch körperlich können Veränderungen wahrnehmbar werden. Atmung, Muskelspannung, Wärme- oder Schwereempfinden und das allgemeine körperliche Erleben können sich während einer Trance verändern.
Interessant ist dabei, dass manche hypnotischen Reaktionen als unwillkürlich erlebt werden. Eine Bewegung, eine Veränderung der Wahrnehmung oder ein inneres Bild kann entstehen, ohne dass es sich so anfühlt, als würde man dies bewusst und absichtlich herstellen.
Gerade diese Erfahrung kann deutlich machen: Nicht jede Veränderung muss allein über bewusstes Nachdenken und willentliche Anstrengung entstehen.
Hypnotherapie nach Milton H. Erickson
Meine hypnotherapeutische Arbeit orientiert sich wesentlich an Milton H. Erickson und der modernen Klinischen Hypnose.
Erickson verstand Hypnose nicht als standardisiertes Verfahren, bei dem die Therapeutin einem passiven Menschen Suggestionen „eingibt“.
Im Mittelpunkt steht vielmehr der individuelle Mensch mit seiner persönlichen Geschichte, seinen Erfahrungen, Fähigkeiten und Möglichkeiten.
Auch das Unbewusste wird dabei nicht nur als Ort von Konflikten oder Defiziten verstanden, sondern als möglicher Zugang zu Erfahrungswissen, Kreativität und bereits vorhandenen Ressourcen.
Deshalb interessiert mich nicht nur, was im Moment schwierig ist.
Ebenso wichtig ist die Frage:
Was können Sie bereits? Was hat Ihnen früher geholfen? Welche Erfahrungen und Fähigkeiten stehen Ihnen zur Verfügung – auch wenn Sie im Moment vielleicht keinen guten Zugang dazu haben?
Wenn Verstehen allein nicht ausreicht
Viele Menschen, die zu mir kommen, haben bereits sehr viel über ihre Situation nachgedacht.
Vielleicht verstehen Sie sogar ziemlich genau, warum Sie in bestimmten Situationen reagieren, wie Sie reagieren – und trotzdem verändert sich nichts.
Sie wissen beispielsweise rational, dass Sie keine Angst haben müssten, und erleben die Angst dennoch. Sie kennen ein bestimmtes Muster und geraten trotzdem immer wieder hinein. Oder Sie wissen, was Ihnen guttun würde, können dieses Wissen in entscheidenden Momenten aber nicht nutzen.
Hypnotherapeutische Arbeit kann hier einen zusätzlichen Zugang eröffnen.
Neben dem bewussten Denken können innere Bilder, Körpererleben, Erinnerungen, Gefühle, Assoziationen und intuitive Prozesse einbezogen werden.
Dadurch kann etwas nicht nur gedanklich verstanden, sondern auch auf einer anderen Ebene erfahren werden.
Nicht gegen Symptome kämpfen
Ein Symptom oder eine unerwünschte Reaktion ist nicht automatisch ein „Fehler“, der möglichst schnell beseitigt werden muss.
Manche Reaktionen sind im Laufe der eigenen Geschichte aus guten Gründen entstanden. Vielleicht haben sie einmal geschützt, geholfen oder eine Möglichkeit dargestellt, mit einer schwierigen Situation umzugehen.
Deshalb interessiert mich nicht ausschließlich:
„Wie bekommen wir das weg?“
Sondern auch:
„Welche Funktion könnte diese Reaktion haben? Was versucht sie vielleicht zu schützen oder zu regulieren? Und was könnte heute hilfreicher sein?“
Das bedeutet nicht, Beschwerden zu verharmlosen.
Es bedeutet, ihnen zunächst mit Neugier und Respekt zu begegnen und daraus neue Möglichkeiten zu entwickeln.
Wobei kann Klinische Hypnose eingesetzt werden?
Hypnotherapeutische Methoden können bei unterschiedlichen psychischen, psychosomatischen und medizinischen Fragestellungen eingesetzt werden.
Je nach individuellem Anliegen können beispielsweise Themen wie
- Ängste und innere Anspannung,
- Stress und Überforderung,
- Schlafprobleme,
- Selbstwert und Selbstvertrauen,
- wiederkehrende Verhaltens- und Erlebensmuster,
- innere Konflikte,
- Entscheidungs- und Veränderungsprozesse,
- belastende Gedanken und Gefühle,
- Selbstregulation,
- Ressourcenaktivierung sowie
- der Umgang mit Schmerzen oder anderen körperlichen Belastungen
eine Rolle spielen.
Welche Methode sinnvoll ist, hängt jedoch immer von der individuellen Situation ab. Hypnose ist kein Verfahren, das bei jedem Menschen und jedem Beschwerdebild gleichermaßen geeignet oder wirksam ist.
Bei körperlichen Beschwerden und Erkrankungen ersetzt sie selbstverständlich keine notwendige ärztliche Diagnostik oder medizinische Behandlung.
Was sagt die Wissenschaft?
Klinische Hypnose und Hypnotherapie werden seit vielen Jahren wissenschaftlich untersucht.
Dabei zeigen sich für verschiedene Anwendungsbereiche therapeutische Effekte. Besonders intensiv erforscht ist unter anderem die Anwendung hypnotischer Verfahren bei Schmerz und im Zusammenhang mit medizinischen Behandlungen.
Auch in der Psychotherapie werden hypnotische und hypnotherapeutische Methoden bei unterschiedlichen Fragestellungen eingesetzt und weiter wissenschaftlich untersucht.
Dabei ist mir eine differenzierte Darstellung wichtig:
Die wissenschaftliche Evidenz ist nicht für jedes Beschwerdebild gleich stark.
Hypnose ist deshalb für mich weder eine „Wundermethode“ noch ein Verfahren, das unabhängig vom jeweiligen Menschen eingesetzt wird. Sie ist eine fundierte therapeutische Möglichkeit, die – passend zum Anliegen – in einen umfassenderen therapeutischen Prozess eingebettet werden kann.
Hypnose und innere Anteile
Hypnotische und imaginative Methoden lassen sich gut mit der Arbeit mit inneren Anteilen und Ego-States verbinden.
Vielleicht kennen Sie das Erleben:
„Ein Teil von mir möchte etwas verändern – und ein anderer hält mich zurück.“
Oder Sie wissen rational, dass keine Gefahr besteht, während eine andere Seite in Ihnen weiterhin mit Angst oder Anspannung reagiert.
Statt eine dieser Seiten zu bekämpfen, können wir versuchen zu verstehen, welche Funktion sie hat und was sie benötigt.
In einem fokussierten inneren Zustand kann es leichter werden, solchen unterschiedlichen Seiten Aufmerksamkeit zu geben und neue Formen der inneren Zusammenarbeit zu entwickeln.
Sie behalten die Kontrolle
Eine der häufigsten Sorgen rund um Hypnose lautet:
„Bin ich dann ausgeliefert?“
Nein.
Therapeutische Hypnose bedeutet für mich gerade nicht, Kontrolle abzugeben.
Sie bleiben ansprechbar und entscheiden, worauf Sie sich einlassen, was Sie mitteilen möchten und wo Ihre Grenzen liegen. Sie können den Prozess mitgestalten und jederzeit unterbrechen.
Ich verstehe Hypnose deshalb nicht als Manipulation oder Fremdsteuerung.
Vielmehr geht es darum, die eigene Aufmerksamkeit gezielt zu nutzen und Zugang zu eigenen Erfahrungen und Fähigkeiten zu bekommen.
Wie ich mit Hypnose arbeite
Hypnose steht in meiner Praxis nicht isoliert neben meinen anderen therapeutischen Methoden.
Ich verbinde sie insbesondere mit systemischer und hypnosystemischer Therapie, Achtsamkeit, Körperwahrnehmung und Ego-State-Arbeit.
Meine Weiterbildung in Hypnotherapie / Klinischer Hypnose erfolgte im qualifizierenden Curriculum der Milton Erickson Gesellschaft für Klinische Hypnose (MEG).
Ob und in welcher Form hypnotische Methoden eingesetzt werden, richtet sich nach Ihrem Anliegen und danach, was für Sie passend ist.
Nicht jede Sitzung muss eine formale Trance enthalten.
Manchmal können bereits eine gezielte Aufmerksamkeitslenkung, eine Imagination, eine Metapher, die Wahrnehmung einer Körperreaktion oder ein veränderter Blick auf das eigene Erleben therapeutisch hilfreich sein.
Veränderung aus eigenen Möglichkeiten heraus
Für mich liegt eine besondere Qualität moderner Hypnotherapie darin, dass Veränderung nicht von außen „gemacht“ werden soll.
Es geht darum, Fähigkeiten und Erfahrungen wiederzuentdecken, die bereits vorhanden sind, neue Verbindungen herzustellen und den eigenen Handlungsspielraum zu erweitern.
Manchmal entstehen dabei überraschende neue Perspektiven.
Und manchmal genügt ein anderer Blick auf etwas längst Bekanntes, damit sich ein neuer Weg zeigen kann.
Hypnose ist für mich deshalb keine Einladung, Kontrolle abzugeben – sondern eine Einladung, den eigenen inneren Möglichkeiten auf eine andere Weise zu begegnen.
Youtube-Video “Was kann Hypnose wirklich? Mit Mai Thi von @maiLab”:
Termine und Fragen unter 0176-46160104
Weiterführende Informationen zu Hypnose erhalten Sie auf der Seite “Hypnotherapie”
