Hypnosystemische Trauerbegleitung und traumatischen Verlusten
Manchmal kommt ein Verlust so plötzlich oder so überwältigend, dass Worte fehlen. Vielleicht fühlen Sie sich wie betäubt. Vielleicht „funktionieren“ Sie nur noch. Oder Trauer ist da – und gleichzeitig Schuld, Wut, Leere, Unruhe oder Bilder, die sich aufdrängen.
Hier finden Sie einen sicheren, ruhigen Rahmen für hypnosystemische Trauerbegleitung bei traumatischen Verlusten. Ohne Druck. Ohne Versprechen, dass „es schnell wieder gut“ wird. Sondern mit Respekt für Ihr Tempo und Ihre Geschichte.
Wenn Verlust wie ein Schock im Körper bleibt
Trauer nach einem traumatischen Verlust kann sich anders anfühlen als das, was man „normale Trauer“ nennt. Oft ist nicht nur der Abschied schmerzhaft – sondern auch das Nervensystem im Alarmzustand.
Mögliche Erfahrungen sind zum Beispiel:
- Schock, Erstarrung, innere Leere oder Unwirklichkeitsgefühle
- Schlafprobleme, innere Unruhe, Reizbarkeit, plötzliche Überflutung
- Schuldgefühle („Ich hätte…“), Grübelschleifen, Selbstvorwürfe
- Belastende innere Bilder oder Gedanken, die sich nicht „abschalten“ lassen
- Konzentrationsprobleme, Vergesslichkeit, „neben sich stehen“
- Das Gefühl, für andere stark sein zu müssen – und selbst keinen Raum zu haben
- Konflikte im Umfeld: unterschiedliche Trauerstile, Missverständnisse, Rückzug
Das alles kann eine nachvollziehbare Reaktion auf Überforderung sein – und ein Hinweis darauf, dass Ihr Inneres gerade Schutz und Stabilisierung braucht, bevor Trauer überhaupt gut „bearbeitet“ werden kann.
Was bedeutet „hypnosystemisch“ – in einfachen Worten?
Hypnosystemische Arbeit verbindet zwei hilfreiche Blickrichtungen:
- Hypno: nicht „weg sein“ oder kontrolliert werden, sondern ein sanfter Zugang zu inneren Bildern, Körperwahrnehmung und Aufmerksamkeit. Sie bleiben ansprechbar, entscheiden jederzeit selbst und können Übungen jederzeit stoppen.
- Systemisch: Wir betrachten Sie nicht als „Problem“, sondern als Mensch in Beziehungen, Rollen und inneren Anteilen. Trauer hat oft mehrere Stimmen: ein Teil will reden, ein anderer will funktionieren, ein weiterer ist wütend oder ganz still. Alle haben Gründe.
Hypnosystemisch heißt in der Praxis oft:
- Ressourcen-orientiert: Wir stärken das, was Sie trägt (auch wenn es sich gerade klein anfühlt).
- Innere Sicherheit zuerst: Bevor wir tiefer schauen, bauen wir Stabilität und Orientierung auf.
- Nervensystem regulieren: Wir arbeiten mit Bodenkontakt, Atmung, Wahrnehmung, kleinen Schritten.
- Imagination als Werkzeug: Innere Orte, Bilder oder Rituale können Halt geben – ohne dass Sie „alles erzählen“ müssen.
- Inneres Team (Anteile): Wir lernen, wie unterschiedliche innere Reaktionen zusammenarbeiten können, statt gegeneinander.
Sie müssen dafür nichts „können“. Es geht nicht um Leistung, sondern um einen sicheren Rahmen, in dem Ihr System wieder Spielraum bekommt.
Wobei ich Sie unterstützen kann
In der hypnosystemischen Trauerbegleitung kann es darum gehen, dass Sie:
- wieder mehr Boden unter den Füßen spüren (innerlich und im Alltag)
- mit Schock, Erstarrung oder Überflutung besser umgehen lernen
- Schuld und Selbstvorwürfe behutsam entwirren, ohne sich zu überfordern
- einen Weg finden, mit belastenden Bildern/Gedanken anders umzugehen
- Trauer in dosierbaren Schritten zulassen können – statt weggespült zu werden
- Ihr inneres Team kennenlernen: der funktionierende Teil, der traurige Teil, der wütende Teil, der erschöpfte Teil
- passende kleine Rituale oder Abschiedsformen entwickeln, die zu Ihnen passen
- in Beziehungen klarer werden: Was brauchen Sie? Was sind Grenzen? Was hilft Ihnen – und was nicht?
Wichtig: Trauer muss nicht „weg“. Viele Menschen suchen eher einen Umgang, der weniger eng macht – und mehr Leben neben der Trauer möglich werden lässt.
Für wen das Angebot passt – und für Angehörige
Dieses Angebot kann passen, wenn Sie:
- einen Menschen verloren haben (plötzlich, unerwartet, unter belastenden Umständen)
- sich in komplizierter oder festgefahrener Trauer erleben
- sich innerlich abgeschnitten fühlen oder ständig im Alarm sind
- sich schuldig fühlen oder das Gefühl haben, „nicht richtig zu trauern“
- nach einem Verlust wieder Orientierung im Alltag finden möchten
Auch Angehörige und Nahestehende sind willkommen. Manchmal ist es entlastend, als Partner:in, Freund:in oder Familienmitglied einen Raum zu haben für: - eigene Ohnmacht und Sorge
- den Umgang mit unterschiedlichen Trauerreaktionen
- Kommunikation, Grenzen und Unterstützung ohne Überforderung
Termine und Fragen unter 0176-46160104
So laufen die Sitzungen ab
Sie bekommen einen klaren Rahmen – und zugleich genug Flexibilität für das, was gerade möglich ist.
Erstes Kennenlernen (ca. 75-90 Minuten)
- Sie schildern, was Sie aktuell am meisten belastet (so viel oder so wenig, wie Sie möchten).
- Wir klären Ziele: Was wäre eine kleine spürbare Entlastung?
- Wir beginnen meist mit Stabilisierung: Orientierung, innere Sicherheit, erste regulierende Übungen.
- Sie bekommen, wenn passend, eine kleine Übung für zwischen den Terminen.
Folgesitzungen (meist 50-60 Minuten) - Wir arbeiten in Ihrem Tempo: Stabilisierung, innere Anteile, Imaginationen, Trauer in dosierbaren Schritten.
- Wir achten darauf, dass Sie am Ende wieder gut im Hier und Jetzt ankommen.
- Sie entscheiden, was Raum bekommt. Es gibt kein „Sie müssen da durch“.
Frequenz (Orientierung) - Viele starten mit 1 Termin pro Woche oder alle 2 Wochen.
- Später werden Abstände oft größer – je nachdem, was Ihnen guttut.
Setting - Je nach Angebot: in der Praxis oder online per Video.
- Vertraulichkeit ist selbstverständlich.
Was Sie erwarten können – und was nicht
Sie können erwarten:
- einen ruhigen, wertschätzenden Raum ohne Bewertung
- Transparenz: Wir besprechen, was wir tun und warum
- Selbstbestimmung: Sie behalten die Kontrolle, jederzeit
- behutsame, körper- und ressourcenorientierte Schritte
Sie sollten nicht erwarten: - schnelle Lösungen oder „Trauer weg“
- Druck, Details zu erzählen oder etwas zu „beweisen“
- eine Behandlung akuter Krisen als alleinige Unterstützung (siehe Hinweis unten)
Wenn Sie bereits medizinisch/psychotherapeutisch begleitet werden, kann diese Beratung oft ergänzend möglich sein – sinnvoll ist dann eine gute Abstimmung.
Sicherheit in akuten Krisen
Trauer kann sehr dunkel werden. Wenn Sie sich akut gefährdet fühlen, starke Verzweiflung spüren oder Angst haben, sich etwas anzutun, holen Sie sich bitte sofort Unterstützung:
- Notruf: 112 (bei akuter Gefahr)
- TelefonSeelsorge: 116 123 (kostenfrei, rund um die Uhr)
Dieses Angebot ersetzt keine Notfallversorgung oder akute psychiatrische/psychotherapeutische Krisenbehandlung. In einem stabilen Rahmen kann es jedoch eine begleitende Unterstützung sein.
Kontakt – in Ihrem Tempo
Wenn Sie spüren, dass Sie nicht allein durch diese Zeit gehen möchten, melden Sie sich gern. Sie müssen dafür nicht „bereit“ sein und nichts perfekt formulieren.
- Schreiben Sie mir ein paar Zeilen: Was ist gerade am dringendsten?
- Oder schreiben Sie einfach: „Ich brauche einen Termin.“
- Sie bekommen eine klare Rückmeldung zu Möglichkeiten und nächsten Schritten.
Manchmal ist der erste Schritt einfach: nicht mehr alles allein tragen.
Termine und Fragen unter 0176-46160104
Ablauf
Je nach Problemstellung führe ich die Gespräche mit Ihnen als Paar oder auch einzeln durch, wobei ich darauf achte, das die Einzelgespräche in etwa gleich verteilt sind.
Gespräche finden nach Vereinbarung alle zwei bis sechs Wochen statt. Ausnahmen können bei Phasen akuter Krisen bestehen, wenn ein kürzerer Zeitraum zwischen den Gesprächen sinnvoll erscheint.
Eine Sitzung für Paare dauert 90 Minuten.
Aufgaben
Zwischen den Terminen haben Sie Zeit, das in der Sitzung Vereinbarte konkret umzusetzen. Diese Experimente oder Hausaufgaben sind somit notwendiger Bestandteil der Paarberatung und tragen zum Erfolg maßgeblich bei.
Damit ein hohes Maß an Verständnis zwischen mir und Ihnen im Beratungsverlauf gewährleistet ist, bin ich auf eine zeitnahe Rückmeldung angewiesen, die außerhalb der Sitzung gerne auch telefonisch erfolgen kann. Mithilfe dieses Feedbacks kann ich Missverständnisse rascher klären und meine Arbeitsweise genauer auf Ihre individuellen Bedürfnisse abstimmen.





